Im Rhein-Main-Gebiet scheint die Sache klar, es gibt einfach zu viel Fluglärm. Speziell, seitdem es die neuen Flugrouten gibt, formiert sich der Widerstand.
Und das sogar parteiübergreifend. Scheinbar, zumindest.
Denn die Mitglieder der Regierungsfraktionen von CDU und FDP leben allem Anschein nach in zwei verschiedenen Welten. Auf Stadt- und Kreisebene setzen sie sich neuerdings für Maßnahmen gegen den Fluglärm ein.
„In ihrem Paralleluniversum, dem Landtag, haben sie aber keinerlei Schwierigkeiten mit immer neuen Einschnitten in die Ruhe der Bürger: der Bau einer neuen Landebahn, eine sehr starke Zunahme der Flugbewegungen und nicht zuletzt das gebrochene Versprechen zum Nachtflugverbot“, so Olaf Jahnke, Kreisvorsitzender der Grünen im Main-Taunus-Kreis. „Die Abgeordneten des Landtags sollen Farbe bekennen. Wer jetzt auf kommunaler Ebene gegen den Fluglärm ist, darf im Landtag nicht einfach alles abnicken, was den Bürgern schadet.“
Selbst gegen die Nachtruhe klagt der hessische Verkehrsminister vor Gericht.
Eine verkehrte Welt.
„Das weist deutlich auf die nächste Stufe der Lärmsteigerung hin. Wenn es nach der Landesregierung geht, werden bald auch die Nächte lauter“, so Jahnke.
Dabei ging es beim Nachtflugverbot nur um die sogenannte Mediationsnacht.
Diese Nacht, in der die Menschen nur von 23 – 5 Uhr Ruhe haben dürfen, ist schon eine Zumutung.
Die Fraport strebt eine Steigerung der Flugbewegungen von 460.000 auf 701.000 an.
Jahnke folgert daraus: „Vieles davon wird in der Nacht passieren, das kann nicht ohne gesundheitliche Folgen für die Menschen abgehen.“
Zudem ist von zahlreichen Studien bewiesen, dass dieser ständige Lärmpegel, auch wenn er nicht immer bewusst wahrgenommen wird, gesundheitliche Folgen hat, gerade auch für Kinder.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Kreisverband Main-Taunus