Wie lange braucht ein Architekturbüro, um ein paar einfache Gebäude für ein Freibad von Grund auf zu planen? Etwa acht Wochen, so sagte es die Architektin Monika Barthel vom Architekturbüro BZM aus Wiesbaden gestern in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Bau, Verkehr Umwelt (BVU) und Jugend, Kultur und Soziales (JKS) den versammelten Stadtverordneten. Die in dieser Sitzung vorgestellte Planung des Naturfreibads wurde, rechnet man zurück, also etwa im August 2011 begonnen.
Rechnet man weiter zurück zum Beschluss des Stadtparlaments, das den Magistrat mit der Entwurfsplanung am 24. Februar 2011 beauftragte (16/A 0108), so kommt man auf ganze sechs Monate, die das Rathaus gebraucht hat, um ein Architekturbüro mit der Erstellung der Pläne zu beauftragen.
Festzustellen ist also, dass ein halbes Jahr ging ins Land, bis der Parlamentsauftrag überhaupt beachtet wurde und weitere zwei Monate, bis er jetzt umgesetzt wurde. Einfach vergessen wurde dabei, dass das Grundstück dem Anschluss- und Benutzungszwang an das Heizkraftwerk unterliegt. Ignoriert wurde außerdem der Beschluss des Parlaments vom 9.6.2011 (17/A 0005) über die Ausrichtung der Dächer städtischer Neubauten zur Nutzung von Solarenergie. Ist es Ignoranz oder Vergesslichkeit der Bürgermeisterin? Rechtzeitig in die Planung eingebracht wäre es für ein kompetentes Planungsteam keine Schwierigkeit gewesen, ansehnliche Gebäude von vornherein entsprechend zu entwerfen. Weiterlesen... über Naturbadplanung: Auf die lange Bank geschoben und Parlamentsbeschlüsse missachtet